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11. Oktober 2026 · 6 Min. Lesezeit · OldtimerDruck Werkstatt

Zündapp KS 750 Schmierplan: Ölwechsel, Füllmengen, Intervalle

Zündapp KS 750 Schmierplan: Ölwechsel, Füllmengen, Intervalle

Wer ein KS 750 Gespann fährt, hat mit vier getrennten Ölräumen zu tun: Motor, Wechselgetriebe, Hinterachsgetriebe und Seitenwagengetriebe. Dazu kommen der Ölstoßdämpfer in der Vordergabel und eine ganze Reihe Druckschmierköpfe. Welche Stelle wann was bekommt, steht im Schmierplan der originalen Bedienungsanleitung. Dieser Artikel fasst den Schmierplan für die KS 750 mit Seitenwagen BW 40 zusammen, mit Füllmengen, Intervallen und den Arbeitsschritten beim Ölwechsel. Alle Angaben stammen aus der Zündapp KS 750 Bedienungsanleitung, die Seitenzahlen beziehen sich auf das Handbuch.

Ein Hinweis vorab: Das sind die Originalvorgaben der damaligen Zeit. Das Buch nennt als Schmiermittel „Motoreneinheitsöl der Wehrmacht“ und „vertraglich zugelassenes Getriebeöl“ (Seite 41). Heutige Betriebsstoffe können davon abweichen. Welches Öl du heute einfüllst, solltest du gesondert klären; die Intervalle und Mengen aus dem Buch sind trotzdem der beste Ausgangspunkt.

Füllmengen der KS 750 auf einen Blick

Die Füllmengen stehen in den technischen Angaben auf Seite 12 und tauchen im Schmierplan auf Seite 94 noch einmal beim jeweiligen Ölwechsel auf.

ÖlraumFüllmenge
Motor2,25 Liter
Getriebe1,25 Liter
Hinterradantrieb0,4 Liter
Seitenwagenantrieb0,2 Liter
Stoßdämpfer25 cm³
Bremsflüssigkeit0,385 Liter

Als normalen Ölverbrauch gibt das Buch „bis zu 1 Ltr. auf 1000 km“ an (Seite 10).

Motoröl: Ölstand prüfen und Ölwechsel

Ölstand vor jeder Fahrt

Laut Handbuch ist der Ölstand vor jeder Fahrt mit dem Messstab zu prüfen (Seite 29). Der Messstab sitzt an der Einfüllschraube vor dem linken Zylinder und trägt zwei Striche mit den Marken „zu viel“ und „zu wenig“. So gehst du vor:

  1. Das Krad muss beim Messen waagerecht stehen.
  2. Messstab mit einem sauberen, nicht fasernden Lappen abwischen.
  3. Stab in den Einfüllstutzen einführen, nicht einschrauben.
  4. Herausziehen und den Ölstand ablesen.
  5. Steht das Öl unter oder am unteren Strich, bis zur Mitte zwischen beiden Strichen nachfüllen.

Ölwechselintervall beim Motor

Bei neuem Motor schreibt das Buch auf Seite 29 eine Staffelung vor: Ölwechsel nach 500 km, nach weiteren 500 km und nach weiteren 1000 km. Danach gilt alle 2000 km für „Ostfront, Tropen, Staubgebiete“ und alle 3000 km für die „übrigen Gebiete“. Welche der beiden Angaben auf dein Gespann passt, hängt also davon ab, wie staubig du unterwegs bist.

Das Öl wird durch Lösen der Ablassschraube abgelassen. Das Buch empfiehlt, den Ölwechsel möglichst sofort nach einer Fahrt zu machen, „weil das Öl dann noch warm und dünnflüssig ist“. Danach kommen laut Schmierplan 2,25 Liter Öl hinein (Seite 94).

Ölwanne und Ölfilterschlauch

Der Ölwechsel allein reicht nicht. Alle 6000 km, im Winter alle 3000 km, soll die Ölwanne abgeschraubt und gesäubert werden (Seite 30). Dabei gilt:

  • Rückstände an den Dichtungsflächen entfernen.
  • Den Ölfilterschlauch des Ölfilters in der Ölwanne jedes Mal auswaschen und gegebenenfalls ersetzen.
  • Die Ölwannendichtung erneuern.
  • Die Ölwannenschrauben über Kreuz anziehen.

Wechselgetriebe, Hinterachs- und Seitenwagengetriebe

Für alle drei Getriebe gilt dasselbe Grundmuster (Seite 33 und 34): Ölstand alle 300 km prüfen und wenn nötig ergänzen, Ölwechsel alle 10 000 km, während der Einfahrzeit alle 2000 km. Auch hier soll das Öl gleich nach einer längeren Fahrt abgelassen werden, solange es noch warm und dünnflüssig ist.

Beim Wechselgetriebe sitzt die Ablassschraube auf der rechten Seite am Getriebegehäuse unter der Schaltvorrichtung, die Einfüllschraube mit Messstab auf der linken Seite. Gemessen wird wie beim Motor: Stab abwischen, einführen ohne einzuschrauben, bei Stand am unteren Strich bis zur Mitte auffüllen. Nach dem Wechsel kommen laut Schmierplan 1,25 Liter hinein; als Schmiermittel steht in der 10 000-km-Zeile Motorenöl.

Beim Hinterachs- und Seitenwagengetriebe befinden sich die Ablassschrauben unten an den Gehäusen. Einen Messstab gibt es hier nicht: Der richtige Ölstand reicht bis zur Höhe des Einfüllstutzens. Die Füllmengen nach dem Wechsel sind 0,4 Liter Getriebeöl für das Hinterachsgetriebe und 0,2 Liter für das Seitenwagengetriebe.

Der Schmierplan nach Kilometern

Die Übersicht „Schmierzeiten und -vorgang“ auf Seite 94 ordnet alle Stellen nach Kilometern. Zusammengefasst sieht das so aus:

Nach je kmArbeit
300Motor, Wechselgetriebe, Hinterachs- und Seitenwagengetriebe: Ölstand prüfen, gegebenenfalls nachfüllen
500Druckschmierköpfe an Krad- und Seitenwagenrahmen, Vordergabelgelenken und Steuerlager, Gelenkwelle säubern und einpressen; Seitenwagenschwinggehäuse mit Motorenöl
1000Druckschmierköpfe an Naben, Vorderrad-Bremsträger, Anwerfer, Fußbremshebel, Fußschalthebel, Gasdrehgriff, Sattelbolzen; Seilzüge mit Motorenöl; Ölstoßdämpfer gegebenenfalls nachfüllen
2000 / 3000Motorölwechsel, 2,25 Liter; Bremsflüssigkeit gegebenenfalls nachfüllen
10 000Ölwechsel Wechselgetriebe (1,25 Liter), Hinterachsgetriebe (0,4 Liter), Seitenwagengetriebe (0,2 Liter)

Für die Druckschmierköpfe nennt der Plan „Wehrmachts-Einheitsöl ‚Winter‘“. Vor dem Abschmieren sind Druckschmierköpfe und Einfüllschrauben sorgfältig zu reinigen, und für jede Stelle darf nur das im Schmierplan vorgeschriebene Schmiermittel verwendet werden (Seite 40). Eine Besonderheit: Die Druckschmierköpfe an den Seilzügen dürfen nur mit Öl geschmiert werden, nicht mit Fett.

Zusätzlich zum Plan sollen alle 1000 km die Drehpunkte der Handhebel am Lenker, Handschalthebel und Schaltgestänge sowie Schalthebel und Gestänge der Ausgleichgetriebesperre mit einigen Tropfen Öl versehen werden.

Ölstoßdämpfer in der Vordergabel

Alle 1000 km ist der Ölstand im Ölstoßdämpfer zu prüfen (Seite 35). Dazu die Verschlussschraube abnehmen und unter ständiger Auf- und Abwärtsbewegung der Gabelgelenke so lange Öl nachfüllen, bis es aus dem Überlaufkanal austritt und keine Luftblasen mehr aufsteigen. Dann die Verschlussschraube wieder zuschrauben. Die Dämpfung lässt sich über eine Einstellschraube anpassen: Rechtsdrehen ergibt eine härtere, Linksdrehen eine weichere Einstellung.

Wenn der Seitenwagen ein BW 43 ist

Für den Seitenwagen BW 43 gibt es einen eigenen Schmierplan (Seite 96). Dort steht unter anderem für das Seitenwagengetriebe ein Ölwechsel alle 10 000 km mit 0,1 Liter Öl, abgelassen „kurz nach der Fahrt“. Prüf also vorher, welchen Seitenwagen du hast, bevor du die Mengen übernimmst.

Das Handbuch für die Werkstatt

Der Schmierplan ist im Original eine Zeichnung mit nummerierten Schmierstellen (Bild 41), die erst zusammen mit der Tabelle wirklich verständlich wird. Dazu kommen im Buch die Einfahrvorschrift, das Ventilspiel, die Einstellung von Kupplung und Bremsen sowie die Übersicht aller Pflegearbeiten auf Seite 41. Weitere Anleitungen für Modelle des Herstellers findest du auf der Zündapp-Übersichtsseite.

Die Zündapp KS 750 Bedienungsanleitung als neu gesetzte Ausgabe bekommst du als PDF sofort zum Download oder gedruckt als Buch für die Werkbank. Und wenn dir an deinem Gespann ein Kunststoffteil fehlt, das es nicht mehr gibt, kannst du es über unsere Anfrage nachfertigen lassen.

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